Weihnachten in aller Welt: Island

Weihnachten Island Stadt

Im letzten Teil unserer weihnachtlichen Serie begeben wir uns nach Europa. Man könnte meinen, dass die Bräuche hier überall sehr ähnlich sind, aber Island macht da eine Ausnahme.


SCHAURIG SCHÖNE ISLÄNDISCHE SAGEN

Feurige Lavaspalten, skurrile Steinformationen, kochend heiße Schwefeltümpel und hochschießende Geysire – kaum eine andere Landschaft erscheint mystischer als jene Islands. Die raue Natur sorgt für den Stoff, aus dem dunkle Geschichten gemacht sind. Islands geheimnisvolle Sagen wimmeln nur so von Elfen, Trollen und anderen übernatürlichen Wesen. 

Kein Wunder, das hier auch die Weihnachtszeit von alten Bräuchen geprägt ist. Zwar gehören rund 96 Prozent der Isländer der christlichen Religion an, doch die uralte Mythologie ist in der Gesellschaft genauso fest verankert wie die kirchlichen Konventionen. In kahler Winterlandschaft, wenn der schwarze Lavaboden von wildem Schneegestöber weiß bedeckt ist, beginnt in Island Jólesveinn, die Adventszeit.


13 WEIHNACHTSTROLLE TREIBEN SCHABERNACK IN ISLAND

Die Geschichte von den 13 Jólasveinar ist wie fast alle isländischen Sagen ein bisschen gruselig. Die isländischen Weihnachtsmänner haben kaum etwas mit dem freundlichen Santa Claus gemein. Die starken, raubeinigen Weihnachtstrolle sind die Söhne der Riesin Grýla und ihres faulen Mannes Leppalúði, die gemeinsam in einer Höhle im Esja-Gebirge leben. Zu ihren Hausgenossen gehört auch Jólakötturinn, die Weihnachtskatze. Grýla ist immer auf der Suche nach unartigen Kindern, die sie in eine süffige Suppe wirft. Trolle haben einen festen Platz in der Gesellschaft von Island

Trolle haben einen festen Platz in der Gesellschaft von Island

Im Gegensatz zu ihrer Mutter sind die Söhne aber nicht böse, sondern eher auf Schabernack aus. Bei ihrer Suche nach frechen Kindern entdeckten sie irgendwann einmal, dass das Essen der Menschen wesentlich besser schmeckt als der Eintopf ihrer Mutter. Bei ihren weiteren Ausflügen begannen sie die Speisen in den Häusern zu stehlen und dabei besondere Vorlieben zu entwickeln. Sie fanden heraus, dass es in der Weihnachtszeit besonders leckeres Essen gibt.

Seitdem kommen die Trolle jedes Jahr ab dem 12. Dezember einer nach dem anderen zu den Menschen herunter. Jeder von ihnen hat sich auf etwas anderes spezialisiert, worauf schon sein Name hindeutet. Bjúgnakrækir klaut zum Beispiel Würste, Pottaskefill schleckt die Suppentöpfe aus und Giljagaur nascht vom Milchschaum im Kuhstall. Dabei sorgen sie auch für reichlich Späße: Hurðaskellir schlägt die Türen zu, und Gluggagægi glotzt abends durch die Fenster und schneidet Fratzen.

Da die Söhne Grýlas ihrem Wesen nach eher dem Vater ähneln, bekamen sie mit der Zeit ein schlechtes Gewissen wegen des fortwährenden Mundraubs. Sie beschlossen daher, den Menschen im Gegenzug etwas Nettes zu schenken. Allabendlich während der Weihnachtszeit stellen nun die Kinder ihre Schuhe auf die Fensterbänke der Häuser und hoffen dort am nächsten Morgen Süßigkeiten vorzufinden. Doch nicht alle werden von den Gesellen belohnt, die unartigen unter ihnen bekommen ausschließlich alte Kartoffeln oder Mohrrüben hinein.


HEILIGABEND – ATEMPAUSE VON DEN WEIHNACHTSTROLLEN

An Heilig Abend ist der letzte Troll, Kertasníkir, bei den Bewohnern eingetroffen. Er hat eine große Schwäche für den hellen Schein der Weihnachtskerzen, denn dieses funkelnde Licht gibt es bei ihm in den Bergen nicht. Deshalb stiehlt er es aus den Häusern. 

Ab 18 Uhr, wenn die Weihnachtsglocken läuten, das kunstvoll verzierte Laubbrot (Laufabrauð) auf dem Tisch steht und der Duft von geräuchertem Lammbraten oder Schweinerücken durchs Haus weht, ist kein Troll mehr in Sicht. Jetzt können die Isländer erstmal aufatmen, denn der 24. Dezember steht ganz im Sinne der christlichen Tradition von Messe und Bescherung. Nur die Weihnachtskatze schleicht an diesem Tag noch um die Häuser, wenn der kalte Nordwind weht und schnappt sich diejenigen, die zu Weihnachten keine neuen Kleider anhaben. 

Ab dem 26. Dezember ist es dann soweit. Von nun an kehrt täglich jeder der 13 Weihnachtstrolle satt und zufrieden zu seiner Mutter in die Berge zurück, bis sie schließlich am 6. Januar alle wieder verschwunden sind.

Wir freuen uns schon darauf Sie auch im neuen Jahr mit außergewöhnlichen und exklusiven Reiseerlebnissen glücklich zu machen.

 

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